Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch ein sehr interessantes Ausrüstungsteil vorstellen, insbesondere, weil es ja jetzt langsam in die dunkle Jahreszeit geht und das Zeitfenster für Fotografie mit vorhandenem Licht doch sehr klein wird.

Den Mobilen Studioblitz Jinbei Freelander Fl-II 500:

Vorweg ein paar Worte:

Dies ist kein ausgiebiger Test unter Laborbedingungen, sondern ein Erfahrungsbericht. Ich berichte über die Punkte die mir in der realen Arbeit mit diesem Blitz aufgefallen sind. Ich habe keine Graukarten fotografiert und keine Belichtungsreihen gemacht. Auch habe ich den Blitz selbst gekauft und habe keinen von Haupt-Distributor „foto-morgen*“ gestellt bekommen. Affiliat Links zu Foto-Morgen sind mit einem * gekennzeichnet. Ihr könnt den Blitz auch via Amazon kaufen, bezahlt aber dann mehr als wenn ihr direkt beim Haupt-Distributor bestellt.

Zuerst einmal zu den die technischen Daten laut Hersteller:

  • Ausgangsleistung: 400W
  • Leitzahl von 66
  • Regelbereich: 1/1 bis 1/16
  • Wiederaufladezeit 0,3-2,8s
  • Blitzdauer 1/1200s
  • Farbtemperatur 5500°K +/-200 Kelvin
  • Einstelllicht: LED-Zelle
  • Li-Polymer Akku mit 4600mAh
  • ca. 350 Auslösungen bei voller Leistung
  • Gewicht: Steuergerät inkl. Akku: ca. 2,6 kg
  • Maße Powerpack: 186(L)x106(B)x212(H) mm

Wie man anhand der Daten bereits sehen kann bietet der FL-II einige Stärken aber auch einige Schwächen.

Ausgepackt / Lieferumfang

Ich habe mich für den FL-II 500 mit Pro-Blitzkopf entschieden. Beim Auspacken die erste Überraschung, beim Pro-Blitzkopf handelt es sich um den Blitzkopf des Jinbei DC-600. Der Distributor hat dies dann auf Nachfrage auch bestätigt. Was ist der Unterschied zwischen Pro- und Standard-Blitzkopf? Der Pro-Blitzkopf ist stabiler verarbeitet und auch für schwerere Lichtformer geeignet. Da ich aber keinen Standard-Blitzkopf habe, kann ich keinen direkten Vergleich machen.

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Im Lieferumfang enthalten sind:

  • Mobiler Blitz-Generator
  • DC600 Pro-Blitzkopf (im Falle des Pro-Sets)
  • Blitz-Kabel 3m
  • 1 x Li-Polymer Akku
  • 1 x Ladegerät
  • Tragetasche
  • Tragegurte für den Blitz-Generator

Was noch fehlt ist ein Funktrigger.

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Der erste Eindruck der Verarbeitung ist positiv. Das Gehäuse des Blitz-Kopfes ist zwar aus Plastik, wirkt aber wertig. Die Kabelverbindungen sind gegen Spritzwasser und Feuchtigkeit abgedicht. Der Akku ist von oben zugänglich und kann auch außerhalb des Gehäuses aufgeladen werden

Eine Mangel leistet sich der Freelander aber. Beim Akkufach fehlt eine Dichtung.

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Ausstattung / Bedienung

Die beiliegende Bedienungsanleitung ist leider nur in Englisch und Chinesisch. Allerdings ist der Blitz relativ selbsterklärend und wenn man bereits mit Studioblitzen gearbeitet hat, dann kommt man auch mit dem Freelander zurecht.

Alle Einstellungen können direkt am Blitzgenerator vorgenommen werden.

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Die Leistung wird mittels Pfeil- Tasten in 1/10 Blendstufen geregelt. Eine volle Blendstufe entspricht einer Halbierung bzw. Verdopplung der Blitzleistung (5.0 ist Maximale Leistung, 4.0 ist 1/2 Leistung, 3.0 ist 1/4 Leistung, usw.). Das Display zeigt die gewählte Leistungsstufe an und gibt ggf. über Fehlercodes den Zustand des Blitzes aus (z.B. Überhitzung). Das Einstelllicht lässt sich auf dauerhaft, aus oder aus nach 10s programmieren. Drei LEDs zeigen den Ladezustand des Akkus an.

Achtung die USB-Buchse ist nur für Firmware Updates gedacht und kann nicht zu laden verwendet werden

Einsatz 

Das erste Laden des Akkus dauert ca. 1 1/2 Stunden. Darauffolgende Ladezyklen dauern ca. 2 Stunden.

Nach dem Einsetzen des Akkus und dem Einschalten dauert es ca. 5 Sekunden bis sich der Blitz mit einem „Piep“ als bereit meldet. Danach kann es direkt losgehen.
Wenn man das erste Mal das Einstelllicht aktiviert wird man leider enttäuscht. Die 5 W LED des Einstelllichts reichen nicht wirklich um damit zu arbeiten.

Als Funkauslöser verwende ich die Yongnuo YN-622C bzw YN-622C TX. Diese Funkauslöser bieten die Möglichkeit den Yongnuo im Supersync Modus zu nutzen. Was das genau ist und wozu der gut ist, werde ich im Detail in einem späteren Beitrag noch erklären. Kurz gesagt hilft der Supersync Modus bei hellem Sonnenlicht mit dem Blitz zu fotografieren.

Beim schnellen Bilderfolgen kann es zu einem deutlich sichtbaren Leistungsabfall zwischen den einzelnen Bildern kommen. Das scheint wohl ein generelles Problem mit Jinbei zu sein mit meinem Milestone Studioblitz habe ich die gleichen Probleme.

Beim Fotografieren auf maximaler Leistung kommt es ab und zu einem kurzzeitigen „Overload“ des Blitzes. In dieser Zeit ist er nicht nutzbar.

Ansonsten habe ich den Freelander ohne Probleme bei mehreren Shootings genutzt.

Bei normalen Gebrauch hat der Akku bei mir ca. 1000 Blitze gehalten. Meistens benutze ich den Blitz um die 50 – 100 Ws mit einer 50cm Beautydish, einer 90cm Octabox oder einem 150cm weißen Relexschirm. Mit keinem der Lichtformer habe ich Outdoor Probleme gehabt.

Was zum Problem werden kann, ist die minimalste Leistung, die der Blitz abgeben kann. 25 Ws können schon zu viel sein, je nachdem was man fotografieren will. Insbesondere Indoor kann es hier bereits zu Probleme kommen.

Probleme bei der Verarbeitung habe ich nur beim Ladegerät feststellen können. Der Stecker des Ladegerät ist sehr filigran und die Pins neigen zum Verbiegen. Ich habe es durch meine Unachtsamkeit beim 6 oder 7 mal Aufladen geschafft einen Pin so zu verbiegen, dass ich ein neues Ladegerät gebraucht habe :-/.

Hier einige Bilder die mit dem Freelander entstanden sind, entweder mit einer 90cm Octabox oder einer 50cm Beautydish. Das erste Bild ist übrigens mit Supersync entstanden.

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Positiv:

  • Preis
  • Preis
  • und Preis
  • Kompakt und leicht
  • tauschbar Akku
  • Super-Sync fähig
  • Genug Power, um auch bei Tageslicht mit Blitz zu fotografieren (Porty-Look)
  • Spritzwassergeschützt
  • verwendbar mit allen Bowsens-S Lichtformer

 

Negativ:

  • Kleiner Regelbereich / hohe minimalste Leistung
  • Sichtbarer Leistungsabfall bei schnell aufeinander folgenden Blitzen
  • Weißabgleich / Farbechtheit
  • Kein „Optical Slave“
  • Details in der Verarbeitung (Akku über Deckel auf Gehäuse Oberseite zu entnehmen, nicht gedichtet)
  • Langsame Abbrenndauer
  • Akustisches Feedback nicht abschaltbar

 

Fazit:

Alles in allem bin ich bisher recht zu Frieden mit dem Blitz. Die bisherigen Shootings sind alle gut gelaufen. Er gibt mir die Flexibilität mit meinen Lieblingslichtformer (90 Oktabox und 50 Beautydish) auch on location zu verwenden. Die oben genannten Schwächen nehme ich bei dem aufgerufenen Preis gerne in Kauf. Für eine ähnliche Leistungsklasse muss man 2 – 4 x soviel bezahlen wenn man z.B. bei Priolite order Elinchrom fündig werden möchte. Ob für einen der  höhere Preis gerechtfertigt ist, muss jeder selbst entscheiden. Für mich stellt der Freelander ein solides Arbeitsgerät für On-Location Shootings dar.

Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Erfahrungen mit dem Freelander FL-II geben. Ich bin gespannt auf eure Kommentare und Anmerkungen. Falls euch der Artikel gefallen hat, dann dürft ihr ihn gerne teilen.

Schaut doch auch mal bei meinem Bericht zu meine anderen Studioblitz rein (–> Link)

Ich wünsche euch eine gute Zeit.

Euer Björn

Link zum Distributor: foto-morgen*

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